Anerkennung der Lebensleistung von Frauen und Berücksichtigung der Lebensverlaufsperspektive? Fehlanzeige! LandFrauen zu den Beschlüssen des Koalitionsausschusses

„Es war zu befürchten: Fachargumente aus den eigenen Reihen wurden dem Koalitionsfrieden untergeordnet. Die Verliererinnen sind eindeutig die Frauen – und zwar aller Generationen“, äußert sich Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes enttäuscht zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses.

 

„Die Einführung des Betreuungsgeldes ist ein Fehler, der zu Lasten der jungen Frauengeneration geht, auch mit Blick auf Ihre weitere Lebensverlaufsperspektive. Die Nachbesserungen im Hinblick auf das neu konzeptionierte Bildungssparen oder die private Altersvorsorge, machen es unterm Strich nicht besser, sondern lediglich teurer“, so die Überzeugung der dlv Präsidentin.

 

„Betrachtet man die Beschlüsse, die die Lebensleistung der älteren Frauengeneration anerkennen soll, so kann ich diese Anerkennung nun gar nicht erkennen“, so Brigitte Scherb. Die Voraussetzungen, für die Aufstockung der Altersrente gingen demnach völlig an der Realität der meisten Frauen vorbei: „Wer kann denn 40 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung plus zusätzliche private Vorsorge nachweisen? Der Kreis der Berechtigten dürfte niedrig ausfallen“, so die Einschätzung von Brigitte Scherb.

 

„Auch die Tatsache, dass der Koalitionsausschuss die Verbesserung der Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten für Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, nicht beschlossen hat, ist aus Frauensicht enttäuschend. Grundsätzlich bleibt der Eindruck, dass wichtige sozialpolitische Fragen nicht angemessen beraten, sondern in einem „Kuhhandel“ austariert wurden. Dies wird den Menschen, den Frauen in unserem Land nicht gerecht“, so die abschließende Kommentierung der dlv Präsidentin.