28.10.2013 LandFrauen diskutieren mit Kultusminister Andreas Stoch und

Die Spitzen der Arbeitsgemeinschaft der drei LandFrauenverbände Baden-Württembergs trafen sich am 28. Oktober im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport zu einem Gespräch mit Minister Andreas Stoch und Staatssekretärin Marion von Wartenberg.

 

Große Zustimmung fand die Forderung der LandFrauen nach einem verbindlichen Unterrichtsfach „Alltags- und Lebensökonomie“. „Damit rennen Sie bei mir offene Türen ein“ so der Minister. Er erläuterte, dass im Zuge der Bildungsplanreform künftig an allen Realschulen, Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen ein Fach „Alltagskultur, Ernährung und Soziales“ eingeführt werden soll. Er pflichtete den Landfrauen bei, dass die Vermittlung solcher lebenspraktischen Fähigkeiten nicht vor dem Gymnasium Halt machen darf. Das Kultusministerium prüft derzeit, wie sich, angesichts des großen Lernpensums in einem straffen G8-Zeitplan, diese Lerninhalte im Gymnasium realistisch einbauen lassen können. Es bestand Einigkeit, dass entsprechend qualifiziertes Lehrpersonal Grundvoraussetzung ist, um diese Kenntnisse und Fertigkeiten anschaulich und praxisnah zu vermitteln. Staatssekretärin von Wartenberg lobte das Engagement der LandFrauenverbände im Erzeuger-Verbraucher-Dialog insbesondere bei Kindern aller Altersstufen.

 

Thema war auch das drohende Schulsterben im ländlichen Raum. Angesichts sin-kender Schülerzahlen und vorgegebener Mindestschülerzahlen für Eingangsklassen ist absehbar, dass in den kommenden Jahren viele weiterführende Schulen im ländlichen Raum schließen müssen. „Schulen sind extrem wichtige Standortfaktoren, Schließungen haben gravierende negative Effekte für das gesamte soziale Leben im Ort“, so die eindringliche Warnung der LandFrauen. Minister Stoch setzt hier stark auf ein zweigliedriges Schulsystem, in dem die Gemeinschaftsschule ihren Platz hat. Es werde Konzentrationsprozesse geben, so Stoch, aber erklärtes Ziel sei, Schulstandorte im ländlichen Raum zu halten. Das Gebot gleichwertiger Lebensverhältnisse impliziere auch gleiche Bildungschancen für Kinder in der Stadt und auf dem Land, bekräftigte der Minister. Die LandFrauen verwiesen in dem Zusammenhang auch auf das Problem steigender Schülerbeförderungskosten: „Weitere Wege bedeuten höhere Beförderungskosten, dies darf nicht zu Lasten der Eltern gehen“. Der Minister ver-sprach, sich dafür einzusetzen, dass die Menschen im ländlichen Raum nicht über Maß belastet werden.