Ehrenamt muß bei Bildungsfreistellung einbezogen werden

Diskutiert wurde das Thema „Frauen und Ehrenamt im Ländlichen Raum – Herausforderungen und Zukunftsperspektiven“ bei einem Workshop in Stuttgart, veranstaltet von der Akademie Ländlicher Raum, dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie den LandFrauenverbänden Baden-Württembergs . Ausgegend von den vorliegenden Zahlen der letzten Freiwilligensurveys zeichnet sich ein Rückgang des Engagements im ländlichen Raum ab.

 

Unsere Gesellschaft braucht Männer und Frauen die sich persönlich einbringen und zwar in Beruf und Ehrenamt. Ein Land das sich auf die Fahnen schreibt „im Ehrenamt sind wir super“ muss auch ehrenamtliches Engagement ermöglichen, denn die vielfältigen Leistungen die Ehrenamtliche erbringen, können weder Land noch Gesellschaft bezahlen. Auch die Wirtschaft profitiert davon, denn engagierte Menschen sind motiviert und leistungsbereit und daher oft Leistungsträger in den Betrieben was im „Memorandum Wirtschaft & Ehrenamt“ ausführlich dargestellt wird, so Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern.

 

Schon seit vielen Jahren unterstützen LandFrauen ihre ehrenamtlichen Führungskräfte mit professionellen Schulungen und Seminaren. Im Spagat zwischen Familie, Haushalt, Beruf, eventuell auch Pflege von Familienangehörigen sowie bürgerschaftlichem Engagement sind die Herausforderungen gerade für Frauen enorm. Darum muss aus unserer Sicht die Bil-dungsfreistellung auch Fortbildungen für die Wahrnehmung eines Ehrenamts beinhalten, so Rosa Karcher, Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden.

 

LandFrauen sind Kooperationspartner der Bündnisse für Lebenslanges Lernen und der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg. Ehrenamt erfordert Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Führungsverantwortung, Toleranz und Selbstständigkeit. „Von einer Bildungsfreistellung zur Weiterbildung im Ehrenamt profitiert auch die Wirtschaft, da genau diese Fähigkeiten in der Arbeitswelt von großer Bedeutung sind“, so Hannelore Wörz, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden.

 

Die LandFrauenverbände appellieren an Arbeitgeber, Wirtschaft und die Arbeitgeberverbände, die Bildungsfreistellung nicht als Bedrohung sondern als Chance zu begreifen, denn von einer bedarfsorientierten Weiterbildung und den damit verbunden neuen Kenntnissen profitiert auch der Arbeitgeber.