LandFrauen im Gespräch mit Sozialminister Manfred Lucha

Erhalt der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

 

Stuttgart, 12. Dezember 2016 - „Die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist eine unserer Kernaufgaben in den nächsten Jahren, das Thema bewegt uns sehr." sagte Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration beim Gespräch mit den Präsidentinnen und Geschäftsführerinnen der drei LandFrauenverbände Baden-Württembergs am 12.12. in Stuttgart. Lucha erklärte, dass auch in Zukunft alle Menschen in Baden-Württemberg einen gleichberechtigten Zugang zu einer guten und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung haben sollen. Erreichen möchte er dies durch eine an regionale Bedarfe angepasste, sektorenübergreifende Weiterentwicklung der ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen. Große Hoffnungen setzt er auch auf die Telemedizin. Er plant ferner, das zum Jahresende auslaufende Landärzteförderprogramm fortzuführen und weiterzuentwickeln.

 

Zum Thema Pflege verwies Lucha auf die Handlungsempfehlungen der Enquetekommission „Pflege in Baden-Württemberg zukunftsorientiert und generationengerecht gestalten". Diese möchte er umsetzen, um eine hochwertige und bedarfsorientierte Pflege sicherzustellen. „Menschen mit Pflegebedarf sollen in ihrer gewohnten Lebenswelt in Würde und selbstbestimmt altern können" so Lucha. Das erfordere zum Beispiel ein koordiniertes Dorf- und Quartiersmanagement und mehr Entlastungsangebote für pflegende Angehörige. Die LandFrauen mahnten an, dass im ländlichen Raum besonders in der Kurzzeit- und Tagespflege zu wenig Plätze vorhanden seien: „Die Pflege lastet immer noch mehrheitlich auf den Schultern der Frauen. Es braucht wohnortnahe Unterstützungs- und Entlastungsangebote, damit die Frauen im Spagat zwischen Kindererziehung, Haushalt, Beruf und Pflege nicht vollständig aufgerieben zu werden".

 

Die LandFrauen baten Minister Lucha auch um Unterstützung bei Ihrer Forderung nach einer Ausweitung des Mammographiescreenings auf Frauen ab 70 Jahre sowie die die Einführung der Sonographie für Frauen unter 40 Jahren. Außerdem soll die psychosoziale Krebsbera-tung ausgebaut werden. Lucha versprach das Thema bei Bundesminister Gröhe zu befördern. 

Digitale Bildung – vergesst das Ehrenamt nicht! LandFrauen veröffentlichen Positionspapier zu Ehrenamt 4.0

An diesem Mittwoch findet im Deutschen Bundestag eine öffentliche Anhörung zum Thema „Bildung, Qualifizierung und Wissenschaft in einer digitalisierten Welt“ statt. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) nimmt dies zum Anlass, seine Stellungnahme zur digitalen Zukunft des Ehrenamts und der Vereine zu veröffentlichen. Darin macht der Verband deutlich, wie wichtig Bildungsangebote auch für ehrenamtlich Engagierte sind. Der digitale Transformationsprozess wird für Vereine und Verbände „nicht nur zu einer Herausforderung bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen, sondern auch bei der Organisations- und Personalentwicklung und damit zu einem Thema der Weiterbildung“, heißt es in dem Papier.

 

Die Präsidentin des dlv Brigitte Scherb hat bereits kritisiert, dass bei der digitalen Bildungsoffensive der Bundesregierung die Engagierten und ihre Vereine übersehen werden. „Wir sprechen hier von deutschlandweit 31 Millionen Ehrenamtlichen. Rund die Hälfte davon ist in Vereinen oder Verbänden tätig. Diese Menschen und ihre Organisationen brauchen Unterstützung auf dem Weg in die digitale Zukunft. Digitale Lücken dürfen erst gar nicht entstehen“, stellt Scherb klar.

 

Auch für den LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern ist die Digitalisierung ein großes Thema. „Für uns als Verband ist die Arbeit mit digitalen Medien schon jetzt eine wichtige Säule in unserer Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation mit unseren Mitgliedern und Interessengruppen. Wir starteten als einer der ersten LandFrauenverbände mit Facebook, Pinterest, Twitter, Instagram und Co. und nutzen diese Kanäle inzwischen intensiv, um unsere Botschaften und Veranstaltungen zu veröffentlichen. Sozusagen LandFrauen 4.0!“, so Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern. „Auch für unsere ehrenamtlichen Mitglieder bieten wir verschiedene Schulungen im Bereich Digitalisierung an – gezielt für die Verbandsarbeit, aber auch zur Nutzung für den landwirtschaftlichen Betrieb oder als Unternehmerin im ländlichen Raum. Eines unserer größten politischen Ziele im Bereich Digitalisierung ist zudem der Breitbandausbau im ländlichen Raum. Schnelles, leistungsfähiges Internet ist die Voraussetzung dafür, dass die Bevölkerung im ländlichen Raum an der digitalen Entwicklung ebenfalls teilhaben und davon profitieren kann.“

  

Das Positionspapier des dlv finden Sie hier