LandFrauen Württemberg-Hohenzollern präsentierten innovative und kreative Produkte beim „Tag der LandFrauen“ auf der Oberschwabenschau 2016

Am Freitag, den 14. Oktober 2016, präsentierte der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern fünf kreative LandFrauen, die besondere Produkte aus Lebensmitteln der Region produzieren und vermarkten. Zum Einstieg begrüßte Präsidentin Juliane Vees die zahlreichen Zuschauer vor der Aktionsbühne in Halle 9, anschließend interviewte Sigrid Römer-Pfeiffer, kommissarische Geschäftsführerin des LandFrauenverbands, die fünf Frauen im Rahmen einer Talk-Runde zu ihren Höfen, ihren Produkten und ihren Geschäftsideen.

 

Elisabeth Engst vom Altschulzenhof stellte ihren Hof mit eigener Käserei vor, Margret Geiselhart erzählte, wie sie und ihr Mann auf die Idee kamen, Champignons bei sich auf der Schwäbischen Alb anzubauen. Silke Leuter von „LandLebenLeuter“ sprach mit Frau Römer-Pfeiffer über ihr Hofcafé und die Direktvermarktung ihrer Produkte dort, Angela Spieler aus Eberhardzell präsentierte ihr Kürbisparadies und Petra Strodel erklärte, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, aus Obst Liköre, Schnäpse und Aufstriche herzustellen, die sie in ihrem Hofladen und auf Märkten verkauft. Parallel zur Talk-Runde wurden im Publikum Häppchen mit den Produkten der jeweiligen LandFrauen zur Verkostung gereicht und erfreuten sich großer Beliebtheit.

 

Zum Abschluss stellte der LandFrauenverband seine neue Social Media-Schulung vor. Die LandFrauen standen den Zuschauern zudem nach dem Bühnenprogramm für weitere Informationen am Stand zur Verfügung, wo auch Rezepte sowie Kontaktdaten der LandFrauen angeboten wurden.

 

„Wir freuen uns, dass das Publikum so interessiert den Geschichten und Ideen unserer LandFrauen gefolgt ist“, sagt Präsidentin Juliane Vees. „Es ist wirklich spannend, was für großartige Geschäftsideen diese LandFrauen hier umsetzen. Besonders freut mich, dass unser Verband mit dem Bildungs- und Sozialwerk und den angebotenen Fortbildungen die Arbeit der LandFrauen und die Umsetzung solcher Ideen unterstützen kann.“


LandFrauen im Gespräch mit Kultusministerin Eisenmann

LandFrauen fordern Erhalt der Schulen im ländlichen Raum und ein eigenständiges Fach

„Alltagskompetenzen“ für alle Schularten.

 

Ende September trafen sich die Spitzen der Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände Baden-Württembergs in Stuttgart mit der neuen Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.

 

Die LandFrauen unterstrichen ihre Forderung nach einem verpflichtenden Fach „Alltagskompetenzen“ in allen Schularten. „Die Einbindung der Bereiche Verbraucherbildung, Prävention und Gesundheit in den Leitlinien des neuen Bildungsplans ist ein Schritt in die richtige

Richtung, reicht aber noch nicht aus“ so Karcher, Präsidentin des LandFrauenverbandes

Südbaden. Sie berief sich auf Studien, die belegen, dass Kinder im Elternhaus immer weniger grundlegende Fertigkeiten wie kochen, putzen, waschen aber auch den Umgang mit Geld vermittelt bekämen. „Notwendig ist daher ein Fach, in dem die Heranwachsenden lernen, den Alltag zu meistern. Dazu gehören gesunde Ernährung und die Führung eines Haushalts, aber auch der Umgang mit Zeit und Geld“, betonte Karcher. „Und diese Kenntnisse und Fertigkeiten dürfen keinesfalls nur theoretisch vermittelt werden. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler praktische Erfahrungen sammeln. Der Wert einer Ware prägt sich beim Einkaufen und Anfassen viel besser ein. Kochen und gesunde Ernährung lernt man durch das Mitmachen und Ausprobieren“, sagte die Präsidentin. Die Kultusministerin bestätigte zunehmende Defizite in diesem Bereich und stimmte zu, dass die Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung der Leitperspektiven im fächerübergreifenden Schulunterricht noch stärker unterstützt werden müssten.

 

Die LandFrauen und die Kultusministerin waren sich einig, den im Jahr 2004 als Kooperationsprojekt ins Leben gerufenen „Haushaltsführerschein“ wieder neu zu beleben. Eisenmann sagte eine Schulung zu, um interessierte LandFrauen bei der Umsetzung des

Haushaltsführerscheins zu unterstützen. Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern verwies zusätzlich auf das Projekt Lernort Bauernhof, bei dem viele LandFrauen aktiv sind: „Der Bauernhof ist der ideale Ort, um Kindern und Jugendlichen die Herkunft, die Erzeugung und die Verarbeitung von Lebensmitteln erlebbar zu vermitteln“. Früher sei der Kontakt der Bevölkerung zur Landwirtschaft selbstverständlich gewesen. Dieser ginge immer mehr verloren und damit auch das Wissen über die Herkunft der Lebensmittel. Daher sei es wichtig,

den Heranwachsenden und Lehrkräften die heimische Landwirtschaft direkt vor Ort und aus erster Hand wieder näherzubringen. Über 450 qualifizierte Landwirtinnen und Landwirte bieten landesweit die Möglichkeit, den Bauernhof als außerschulischen Lernort zu nutzen. Angeschlossen sind Höfe unterschiedlicher Größe und betriebswirtschaftlicher Ausrichtung, die die gesamte Bandbreite der landwirtschaftlichen Produktion widerspiegeln.

 

Ein weiteres Thema war der Erhalt der Schulen im ländlichen Raum. „Um den ländlichen Raum attraktiv zu halten, muss es weiterhin wohnortnah Schulen geben. Gute Bildung darf sich nicht nur auf die Städte beschränken, sondern muss es im gesamten Land geben“ so Marie-Luise Linckh, Präsidentin des Landfrauenverbandes Württemberg-Baden. Nach dem Motto „kurze Wege für kurze Beine“ sprach Eisenmann sich klar für den flächendeckenden Erhalt von Grundschulen aus. Hier müssten gegebenenfalls neue Wege beschritten werden, um den demographischen Wandel zu gestalten, etwa durch eine Flexibilisierung der Mindestgrößen. Die LandFrauenvertreterinnen forderten auch höhere Zuschüsse bei den Schülerbeförderungskosten, um Eltern zu entlasten. Beim Besuch der weiterführenden Schulen seien oft längere Wege mit dem Bus zurückzulegen, die

Kosten hierfür summierten sich gerade bei kinderreichen Familien erheblich. Sie regten an, den ländlich geprägten Kreisen zusätzliche Mittel für die Schülerbeförderung zur Verfügung zu stellen, damit diese höhere Ermäßigungen bei den Bustickets gewähren können. Eisenmann versprach, dieses Thema im neu gegründeten ressortübergreifenden Kabinettsausschuss ländlicher Raum einzubringen.

 

Die Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände Baden-Württemberg

Die Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände Baden-Württembergs (AG LFVe) ist ein Zusammenschluss der drei LandFrauenverbände LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern, LandFrauenverband Württemberg-Baden und LandFrauenverband Südbaden.

 

Mit über 85.000 Mitgliedsfrauen ist die AG LFVe die größte baden-württembergische Interessenvertretung für Frauen im ländlichen Raum und in über 1.300 Kreisverbänden und Ortsvereinen organisiert. Sie vertritt satzungsgemäß die wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitischen Interessen der Frauen im ländlichen Raum: offen für alle Frauen im ländlichen Raum, parteipolitisch neutral, konfessionell ungebunden und von ehrenamtlichen

Führungskräften geleitet.

 

Die Geschäftsführung der AG liegt 2016 beim LandFrauenverband Südbaden.