Neue Bildungspläne 2016

Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern fordert weiterhin, das alle Schülerinnen und Schüler Alltags- und Lebensökonomie im Unterricht gelehrt bekommen. Laut derzeitigem Stand haben Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 nur im Wahlpflichtfach Hauswirtschaft die Möglichkeit diese Alltagskompetenzen zu erlangen.

Daher fordern wir weiterhin ein Unterrichtsfach "Alltags- und Lebensökonomie"

Fakt ist:

  • Hauswirtschaftliche Kenntnisse werden nicht mehr selbstverständlich im Elternhaus vermittelt wie dies früher der Fall war. Der Lernort Familie hat an Bedeutung verloren.
  • Das Leben wird zunehmend komplexer. Eigenverantwortung in der Lebensgestaltung und Daseinssicherung sind zunehmend gefragt.
  • Mangelnde Alltagskompetenzen haben nicht allein für das Individuum weitreichende Folgen, sondernfür die gesamte Gesellschaft. Dies zeigt sich z.B. an folgenden Problemen: ernährungsbedingte Krankheiten, Verarmungsrisiko durch unzureichende Vorsorge, Ver- oder Überschuldung von Privathaushalten, Überforderung bei der Familien- und Haushaltspflege
  • Ohne Alltagskompetenzen kann die generative Sorgearbeit von der Wiege bis zur Bahre nicht geleistet werden.
  • Die Zeitverwendung der Bevölkerung in Deutschland 2001/02 zeigt, dass unbezahlte Tätigkeiten mehr Stunden umfassen als bezahlte Arbeit. Wöchentlich arbeiten alle Personen ab 10 Jahren durchschnittlich gut 25 Stunden unbezahlt und etwa 17 Stunden bezahlt.

Unsere Forderungen:

  • Die Schule hat den Auftrag auf das spätere Leben vorzubereiten. Für die Vermittlung von Kenntnissen für die spätere Gestaltung des Alltags und für die Lebensführung ist ein eigenständiges Unterrichtsfach nötig.
  • Der Deutsche LandFrauenverband setzt sich ein für die Einführung eines Unterrichtsfaches „Alltags- und Lebensökonomie“ durchgängig über die Jahrgangsstufen von der ersten bis zur zehnten Klasse in allen Schularten.
  • Die Unterrichtsinhalte sollen an der Lebenswirklichkeit der Schüler ansetzen. Je niedriger die Jahrgangsstufe, desto ausgeprägter sollte der Praxisanteil sein.