Forderungen der LandFrauen zur Landtagswahl 2016

Die Arbeitsgemeinschaft der drei LandFrauenverbände in Baden-Württemberg ist mit 85.000 Mitgliedsfrauen die größte Interessenvertretung für Frauen im ländlichen Raum.

 

Unsere Forderungen an die Politik sind:

 

Bildung

Grundlage für lebenslanges Lernen ist die Bereitstellung eines bedarfsgerechten, qualifizierten und fachlich fundierten Schul-, Berufs- und Weiterbildungsangebotes. LandFrauen fordern:

 

  • Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum durch wohnortnahe Schulen.
  • Schülerbeförderungskosten, die sich alle Familien leisten können.
  • flächendeckende Ganztagsangebote inklusive gesunder, regionaler Verpflegung für Kinder und Jugendliche.
  • Alltags- und Lebensökonomie muss als Fach verpflichtend zur Vermittlung von Alltagskompetenzen in Theorie und Praxis an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden.
  • Verlässliche Förderung der allgemeinen Erwachsenenbildung durch die öffentliche Hand.
  • Qualifizierungsmaßnahmen zur beruflichen Entwicklung und zum Wiedereinstieg.
  • Qualifizierung zu ehrenamtlichem Engagement.

  

Familie

Frauen leisten immer noch den Hauptanteil an der Familienarbeit. Sie sind zunehmend berufstätig und vielfältig ehrenamtlich engagiert. LandFrauen fordern:

 

  •  weiterhin gesicherte Qualität und flächendeckende Betreuungsangebote für Kleinkinder.
  • den Ausbau der Betreuungs- und Pflegeangebote für die immer älter werdende Gesellschaft.
  • bessere Rahmenbedingungen für beide Elternteile für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor dem Hintergrund des demographischen Wandels.
  • Gleichstellung bei der Mütterrente: Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, erhalten, wie die jüngeren Frauen, drei Rentenpunkte pro Kind.

 

 

Ländlicher Raum

Zukunft im ländlichen Raum braucht verbesserte interkommunale Zusammenarbeit. Zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum fordern LandFrauen:

 

  • eine funktionierende Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik mit nachhaltiger Wirkung.
  • den Erhalt einer flächendeckenden Landwirtschaft und die Verbesserung der Wertschätzung der heimischen Landwirtschaft. Erhalt unserer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft (auch für die Naherholung und den Tourismus).
  • den Ausbau und Erhalt eines ausreichenden Versorgungs- und Dienstleistungsangebotes.
  • zügiger Ausbau der Breitbandversorgung auch in peripheren Regionen.
  • den Erhalt und die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur.
  • den Erhalt der flächendeckenden qualitätsgesicherten gesundheitlichen Versorgung für Frauen, Männer und Kinder.

 

Gesundheit

 

  •  Ausbau der geschlechtsspezifisch ausgerichteten Gesundheitsforschung und -politik.
  • Weiterentwicklung der Qualitätsoffensive Brustkrebs durch die Ausweitung des Mammographie-Screenings auf Frauen ab 70 Jahren. Einführung der Sonographie für Frauen mit dichten Brustdrüsenkörper für die Altersgruppe zwischen 40 bis 69 Jahren. Innovationen in der Krebsheilkunde und der kritischen Begleitforschung müssen unterstützt und die psychosoziale Krebsberatung ausgebaut werden.
  • Verstärkte Einbindung geriatrischer Rehabilitationsmaßnahmen in die Gesundheitsprogramme zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Entlastung der Pflegekassen.
  • Gewährleistung der geriatrischen Versorgung durch bessere Vergütungssätze.
  • Stärkung der Hebammen und der Versorgungssituation im ländlichen Raum.

 

Umwelt

Im Sinne des aktiven Verbraucherschutzes und der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe fordern LandFrauen:

 

  • die Verwendung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln im Verpflegungsbereich in allen öffentlichen Einrichtungen.
  • die Vermittlung von Wissen über Herkunft der Nahrungsmittel und deren Verarbeitung.
  • einen verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnik sowie klare Haftungsregelungen und eine transparente Kennzeichnung. Die Artengrenze darf in der Forschung nicht überschritten werden.
  • Weiterentwicklung der Energiewende mit einem ausgewogenen Konzept. Sicherung der Zukunft von Bestandsanlagen über den 20-jährigen Vergütungszeitraum hinaus.
  • Eindämmung des Flächenverbrauchs und Umsetzung von zielführenden Ausgleichsmaßnahmen.

 

Ehrenamt

Ehrenamtliches Engagement führt zu einem aktiven Gemeinwohl und sichert die Lebensqualität. Die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt muss durch politische Rahmenbedingungen gewährleistet sein. LandFrauen fordern:

 

  • eine stärkere Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements im Beruf. Erhalt der fünftägigen Bildungszeit auch für ehrenamtliche Qualifikationen
  • die rentenrechtliche Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit.
  • die Verbesserung der Freibetragsregelung für Aufwandsentschädigungen

  

Gleichstellung

LandFrauen fordern die Umsetzung des Gleichstellungsgrundsatzes in allen Lebensbereichen:

 

  • gleicher Lohn für gleiche Arbeit
  • gleichwertiger Frauenanteil in Gremien und Führungspositionen

 

Von der Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände in Baden-Württemberg verabschiedet im Juli 2016.