Mehr Frauen in die Räte

Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern plädiert dafür, dass bei den kommenden Kommunalwahlen mehr Frauen in die Räte kommen sollen.

 

„Kommunalpolitik ist die Politik des täglichen Lebens und betrifft auch uns Frauen“, so Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern und Kreisrätin im Landkreis Freudenstadt, die alle Frauen auffordert und auch ermutigt sich selbst politisch einzumischen.

 

Mit einem Frauenanteil im Landtag von nicht einmal 24,5 Prozent steht Baden-Württemberg abgeschlagen an letzter Stelle im bundesweiten Durchschnitt. Nicht besser sieht es in den Kommunalparlamenten aus, wo Frauen mit 22 Prozent an den Ratstischen und gar nur mit 16 Prozent in den Kreistagen vertreten sind.

 

Viele kommunalpolitische Entscheidungen beeinflussen unser tägliches Leben ganz erheblich. Da die Sichtweise von Männern und Frauen oft unterschiedlich ist, beeinflussen viele Entscheidungen den Alltag von Frauen anders. Entfallen beispielsweise Verbindungen im Öffentlichen Personennahverkehr ist das "Taxi Mama" gefordert, wenn es darum geht Kinder zum Sport oder ältere Familienangehörige zum Arzt zu fahren. Betreuungsangebote für Kinder und Senioren sowie die Nahversorgung sind Themen die hauptsächlich die Frauen betreffen, und dies nicht selten neben der eigenen Berufstätigkeit.

 

Den LandFrauen in Württemberg-Hohenzollern ist es deshalb ein großes Anliegen, dass bei den Kommunalwahlen mehr Frauen kandidieren und in die Räte gewählt werden. "Nur wenn wir Frauen uns aktiv einmischen, können wir unsere Themen und unsere Sichtweisen in die kommunalpolitischen Entscheidungen einfließen lassen und den ländlichen Raum auch nach unseren Bedürfnissen mitgestalten", so Juliane Vees.

 

Der konkrete Lebensalltag als Partnerin, Mutter, Berufstätige, pflegende Familienangehörige oder ehrenamtlich Engagierte macht Frauen zu Spezialistinnen ihres Umfeldes. Deshalb können alle Frauen dazu beitragen indem sie selbst kandidieren, andere motivieren und Kandidatinnen unterstützen und wählen.

 


Seminar für Kommunalpolitikerinnen am       27. und 28. Oktober 2016

Die Seminare stärken Frauen bei der aktiven Arbeit in der Kommunalpolitik, beinhalten jeweils einen fachlichen und rhetorischen Teil und bieten den Teilnehmerinnen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.

  

Weitere Informationen und die Anmeldung zum Seminar finden Sie hier.


Halbe Kraft reicht nicht!

Seit 2012 engagiert sich der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern bei der Kampagne des Landesfrauenrates “Halbe Kraft reicht nicht!” zur Änderung des Kommunalwahlrechts – Parität jetzt!

 

Unsere Forderung: Je 50 Prozent Frauen und Männer sollen nach dem Reißverschlussprinzip auf Kandidaten- und Kandidatinnenlisten stehen.

Mit einer Gesetzesänderung (wie beim Paritégesetz in Frankreich) würde die strukturelle Voraussetzung geschaffen, den Frauenanteil tatsächlich merklich zu erhöhen.

 

Das im Mai 2013 geänderte Kommunalwahlgesetz Baden-Württemberg enthält aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken der Regierungs-Koalition nur eine Soll-Bestimmung zur paritätischen Besetzung von Listen. Der Landesfrauenrat und seine Mitgliedsverbände fordern eine Verfassungsänderung, um Quotenregelungen in Wahlgesetzen zu ermöglichen.  Die Konferenz der Landesfrauenräte hat sich im Juni 2013 dieser Forderung angeschlossen.

 

Wir bleiben dran!

Und fordern die Muss-Bestimmung zur Paritätischen Besetzung der Wahllisten.

 

Weitere Informationen siehe http://www.halbe-kraft-reicht-nicht.de/