Mobbing von Bauernkinder

Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern führte eine Online-Umfrage zum Thema Mobbing von Bauernkindern durch. Anlass dazu war ein Artikel zum Thema in der "Schwäbischen Zeitung" vom 4. September. "Wir haben danach viele Reaktionen aus allen Teilen der Bevölkerung erhalten, es bestand eine große Betroffenheit", sagt Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern. "Für Bauernfamilien ist es heutzutage nicht einfach, daher ist das Mobbing ihrer Kinder eine zusätzliche Belastung, die fast nicht mehr getragen werden kann", so Vees.

 

Mit der Online-Umfrage wollte der Verband Informationen zu Umfang und Art des Mobbings von Bauernkindern erfahren, um danach gesellschaftspolitisch aktiv zu werden.

 

Hier die Ergebnisse:

Zeitraum: 16. November 2017 bis 21. Februar 2018

  

Vorwort:

 

Bei der Umfrage lassen sich zwei Trends bei den TeilnehmerInnen feststellen.

 

Zum Einen äußern sich ältere Menschen, die selber als Kind gemobbt wurden und die Umfrage als Möglichkeit genommen haben, darüber zu sprechen.

 

Zum Anderen gibt es Eltern, die über aktuelle oder jüngst gemachte Erlebnisse ihrer Kinder berichten. Hier gibt es sowohl positive Beispiele als auch negative Beispiele.

 

Es gab aber auch Kritik, dass es ein allgemeines Problem der Gesellschaft sei und Mobbing-Opfer danach ausgewählt würden „anders“ zu sein. Als Bauernkind komme man so schneller ins Visier von Mobbern.

 

  

Die Ergebnisse:

 

Mehr als die Hälfte der TeilnehmerInnen, genau 50,3%, gaben an, dass sie selber Bauernkind sind oder waren und deshalb von Mobbing betroffen waren. Sogar 75% der TeilnehmerInnen gaben an, dass sie Kinder kennen, die aufgrund ihres landwirtschaftlichen Hintergrundes gemobbt wurden. 

 

Bei der Evaluation der Täter gaben die TeilnehmerInnen an, dass hauptsächlich Mitschüler gemobbt haben (90,3%). Dieses Ergebnis ist nicht überraschend. Erstaunlich ist, dass zu rund einem Drittel (30,2%) Lehrer und Erzieher als Täter benannt wurden. Dies verwundert umso mehr, da es eigentlich ihre pädagogische Pflicht ist, SchülerInnen vor Mobbing zu schützen und nicht selber zu mobben. 

 

Bezüglich der Konfliktlösung gaben mehr als die Hälfte (50,19%) der TeilnehmerInnen an, dass das Problem NICHT gelöst werden konnte. Ein Klassenwechsel oder Schulwechsel löste das Mobbing-Problem in nur 10,4% der Fälle. Klassenintern konnten in rund 12% der Mobbingfälle eine Lösung gefunden werden. 

 

Hilfsangebote und Unterstützung wurden von 74% der TeilnehmerInnen gewünscht. Ganze 90,6% wünschen sich, dass sich der Verband des Themas annimmt. 

 

Resultierend aus den Umfrageergebnissen ergibt sich folgendes Bild:

 

Pädagogik:

Es gibt, laut TeilnehmerInnen, einen großen Aufklärungsbedarf für Lehrkräfte, die im Rahmen der Meinungsbildung großen Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben. Schulunterricht sollte sich an den realen Gegebenheiten der Landwirtschaft orientieren und nicht an der persönlichen Meinung der PädagogInnen über die Landwirtschaft. Die Vermittlung persönlicher Meinungen kann schnell tendenziös werden, insbesondere wenn LehrerInnen politischen Organisationen und NGOs nahestehen oder mit ihnen sympathisieren.