LandFrauen aus Württemberg-Hohenzollern sind Unternehmerinnen des Jahres

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) hat beim LandFrauentag in Ludwigshafen drei Unternehmerinnen des Jahres 2018 ausgezeichnet. Zwei davon kommen aus Baden-Württemberg.

Alle zwei Jahre vergeben der dlv und der Deutsche Landwirtschaftsverlag den Preis „LandFrauen mit Ideen – Unternehmerin des Jahres“ an beruflich engagierte Frauen, die mit kreativen Ideen und unternehmerischem Geschick ein landwirtschaftliches Unternehmen oder ein Unternehmen auf dem Land führen. Dieses Jahr haben mit Andrea Göhring und Linda Kelly, gleich zwei LandFrauen aus dem LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern und beide aus dem Landkreis Sigmaringen, zwei der drei Preise gewonnen.

Andrea Göhring aus Rulfingen gilt mit ihrem bundesweit einzigartigen Betriebszweig der tiergestützten Therapie  und Pädagogik mit Bauernhoftieren als echte Pionierin. Statt Delphinen oder Pferden hat Göhring ein vielseitiges Team aus Co-Therapeuten: Kühe, Ziegen, Minischweine, Schafe, Esel, Kaninchen und Hühner unterstützen die Therapiearbeit mit ihren jeweiligen spezifischen Qualifikationen. Ihre Erfahrungen mit dieser neuen Art der tiergestützten Therapie hat Andrea Göhring im Buch „Bauernhoftiere bewegen Kinder“ zusammengefasst, das letztes Jahr erschienen ist. Neben ihrer Tätigkeit als Therapeutin engagiert sie sich auch in der Bauernhofpädagogik. Im Rahmen ihres Betriebszweiges „Landwirtschaft zum (Be-)greifen“ bietet Göhring Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit Landwirtschaft selbst zu begreifen. Rund 100 Veranstaltungen zu diesem Thema finden jedes Jahr auf dem Bio-Hof statt.

Linda Kelly aus Herdwangen zeigt, wie die Spezialisierung auf Sonderkulturen mit einer innovativen Verarbeitung und Vermarktung der eigenen Produkte zum Erfolgsfaktor werden kann. Kelly hat den elterlichen Bio-Hof auf den Anbau und die Vermarktung von Süßlupinen, Mohn und anderen Sonderkulturen umgestellt. Sie ist für Produktion, Direktvermarktung, Marketing, Werbung, Verpackung und Versand alleine zuständig. Eines ihrer Produkte ist ein Süßlupinenkaffee, der im hofeigenen Online-Shop vermarktet wird. Außerdem bietet sie noch selbsthergestellte Produkte wie Mohnöl oder Lupinenflocken an. Linda Kelly hat es so geschafft, den Umsatz ihres Unternehmens seit der Gründung bis heute zu verzehnfachen. Der Erzeuger-Verbraucher-Dialog liegt Linda Kelly sehr am Herzen. Sie bietet auf ihrem Bio-Hof auch „Farmwatching“ an, bei dem sie anderen Menschen die Möglichkeit gibt, ihr über die Schulter zu schauen und Landwirtschaft hautnah zu erleben.

Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern mit Präsidentin Juliane Vees freut sich sehr über den Erfolg der beiden LandFrauen. Vees: „Frauen im Ländlichen Raum, die etwas Eigenes aufbauen oder als Mitunternehmerin erfolgreich sind, sind tolle Vorbilder für andere Frauen. Mit vielen Angeboten wie Existenzgründungskurse, Unternehmerinnentage, Schulungen zu Social-Media- und Onlinemarketing u.v.m. stärken und vernetzen wir Frauen und Unternehmerinnen und geben ihnen wertvolles Rüstzeug an die Hand“.

                                          Andrea Göhring                                                                                         Linda Kelly


Ehrenpräsidentin Ruth Wößner verstorben

LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern trauert

um eine Kämpferin für die Frauen im ländlichen Raum

 

Am 12. April verstarb im Alter von 82 Jahren die Ehrenpräsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, Ruth Wößner aus Loßburg-24 Höfe (Landkreis Freudenstadt). „Mit unserer Ehrenpräsidentin verlieren wir eine hoch geschätzte Persönlichkeit, die bis zum Schluß kämpferisch für die Belange der LandFrauen eingetreten ist“, erklärte Präsidentin Juliane Vees. „Ruth Wößner hat unsere Verbandspolitik maßgeblich geprägt, war für viele Frauen eine Förderin und Vorbild und wird uns in bester Erinnerung bleiben.

 

Die Gründung des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern geht maßgeblich auf ihre Initiative zurück. Die Bäuerin und Hauswirtschaftsmeisterin war eine Kämpferin für die Rechte der LandFrauen und sie wurde 1981 zur ersten Vorsitzenden des neu gegründeten Verbandes gewählt. Zwei Jahre zuvor hatten sie die Freudenstädter LandFrauen zur Vorsitzenden ihres Kreisverbandes bestimmt. Ruth Wößner war LandFrau mit Leib und Seele und stand 13 Jahre lang an der Spitze des Landesverbandes. Sie leistete erfolgreiche Aufbauarbeit an vorderster Stelle, organisierte ein stetig wachsendes Bildungs-und Kulturangebot und vertrat die Interessen der Bäuerinnen mit viel Geschick und Herzblut in Berufsstand, Politik und Öffentlichkeit. Sie war auch die treibende Kraft bei der Gründung des Bildungs- und Sozialwerks der Landfrauen e.V. im Jahr 1984.

 

Durch die Aufnahme in den Deutschen LandFrauenverband im Jahr 1985 sorgte sie auch für die bundesweite Anerkennung des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern. Als sie aus Rücksicht auf ihre Gesundheit ihr Amt auf Landesebene 1994 abgeben musste, wurde sie in Würdigung ihrer Verdineste zur Ehrenpräsidentin ernannt. Im Jahr 2000 legte sie dann auch den Vorsitz in ihrem Kreisverband nieder. Neben ihrem beispielhaften ehrenamtlichen Einsatz im LandFrauenverband hat Ruth Wößner die Interessen der Bäuerinnen von 1981 bis 1994 auch im Vorstand der Landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger und in verschiedenen genossenschaftlichen Gremien vertreten. Im Deutschen LandFrauenverband war sie von 1985 bis 1995 Mitglied des Bundesvorstandes und von 1992 bis 1995 Vorsitzende des Umweltausschusses.

 

Zu den besonderen Verdiensten von Ruth Wößner gehört ihr Einsatz für die Bäuerinnenrente. Für ihr großes Engagement und ihre Leistungen in Beruf und Ehrenamt wurde Ruth Wößner mit hohen Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, der Staats-medaille in Gold des Landes Baden-Württemberg, der Goldenen Ähre des Landesbauernverbandes und nicht zuletzt mit der Goldenen Biene des Deutschen LandFrauenverbandes.


Weihnachtsgruß von Präsidentin Juliane Vees, LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern

Zusammenstehen und Flagge zeigen

Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können. Jean Jaurès

 

Liebe LandFrauen sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Weihnachten bedeutet vor allem Frieden auf Erden. Die Hoffnung darauf wird sicher überall auf der Welt ein Wunsch sein, der in den heiligen Tagen von den Menschen erbeten wird. In der Landwirtschaft ist es sicher auch der Wunsch nach etwas weniger Arbeit, nach Ruhe im Kreis der Lieben und nach einer Pause im täglichen Ansturm der Aufgaben, die zu bewältigen sind.

Was aber immer mehr dazu kommt, ist die Hoffnung auf eine Atempause von den ständigen Angriffen unserer Kritiker, deren Stimmen selbst beim Weihnachtsbraten nicht verstummen. Da fühlt man sich so sehr gegängelt, dass man diesen zitierten Braten denen nur zu gerne verwehren würde, die unentwegt den landwirtschaftlichen Familien das Leben schwer machen.

Und nun, sozusagen als Steigerung der Problematik, die Fokussierung auf unsere Kinder! Die Eltern zu kritisieren für ihre Arbeit ist das eine, aber mittlerweile ist das Mobbing von Bauernkindern in der Breite der Gesellschaft angekommen. Bauernkinder sind heute Exoten in der Schule, da der Strukturwandel gerade hier allzu deutlich wird.

Unser LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern hat dazu eine Befragung auf den Weg gebracht und die Ergebnisse haben Erschreckendes zutage gefördert. Über ein Drittel der Betroffenen geben an, dass das Mobbing von Lehrerinnen und Lehrern sowie Erziehungsberechtigten ausgeht. Unfassbar und zugleich sehr traurig! Wie können studierte Pädagogen die ihnen anvertrauten Kinder in dieser Art belasten. Bei Gleichaltrigen kann man noch Unwissenheit über ihr Tun und deren Folgen unterstellen, aber wenn Lehrer selbst die ihnen anvertrauten Schutzbefohlenen unterschwellig angreifen, ist das Kind völlig hilflos der Situation ausgeliefert.

Bei vielen Antworten, die wir erhalten haben, ist die Ohnmacht der Familien spürbar und allzu oft war keine Hilfe in Sicht. Ebenfalls belastend sind solche Antworten, wo Kinder von den Eltern ihrer Schulkameraden verbal ausgegrenzt wurden. Hier zeigt sich, dass Bauern-Bashing heute scheinbar akzeptabel ist. „Bashing“ kommt aus dem Englischen und heißt „öffentliche Beschimpfung“ und genau der sind wir Landwirtsfamilien seit geraumer Zeit verstärkt ausgesetzt. Egal ob im Fernsehen oder in Zeitungen, Landwirtschaft wird regelmäßig zum Thema und zwar zum negativen. So etwas entfaltet irgendwann seine Wirkung bei den Menschen und so bilden sich viele aufgrund dieser Berichte ihre Meinung und diese Stimmung kommt irgendwann bei unseren Kindern als Mobbing an.

Hier heißt es nun zu handeln, das Thema muss diskutiert werden und zwar breitflächig. Den Betroffenen eine Stimme geben und sagen, dass es so nicht geht. Hier heißt es „solidarisch sein“ mit all jenen, die tagtäglich im Kreuzfeuer der Kritik stehen. Nicht dulden, sondern aktiv werden, nur so kann die Ohnmacht beendet werden.

Wichtig ist zu sehen, es gibt auch andere, denen das passiert und die Schuld liegt nicht beim Kind selbst oder bei dessen Eltern. Hier reicht leider oft ein kleiner Funke und das Drama nimmt seinen Lauf. Die Betroffenen sind die Opfer. Hier sollten wir nicht noch mit Besserwisserei kommen, wie man es hätte verhindern können.

Machen Sie ihren Kindern und Enkeln Mut, offen darüber zu reden und wenn sie beobachten, dass andere gemobbt und aufgrund ihrer Herkunft geärgert werden, sollten Sie sich einmischen und solidarisch sein.

Als Verband wollen wir das

Thema Mobbing von Bauernkindern im neuen Jahr breitflächig diskutieren und Betroffenen Hilfe anbieten. Erste Gedanken dazu sind schon gemeinsam mit der Schwäbischen Bauernschule gemacht worden. Gut wäre ein Angebot für betroffene Kinder und Jugendliche, bei dem sich Gleichgesinnte gegenseitig Mut machen können. Außerdem wollen wir das Gespräch mit dem Kultusministerium suchen, um auf die zwingend notwendige Neutralität von Pädagogen im Unterricht hinzuweisen. Landwirtschaftskritische Unterlagen von Greenpeace als Englischübersetzung, wie es bei unserem Sohn der Fall war, haben dort nichts verloren! Auch muss die Politik dafür sensibilisiert werden, klar Stellung für die moderne und unternehmerische Landwirtschaft zu beziehen. Wegducken ist nicht! Da heißt es Flagge zeigen und so den Gruppierungen, die sich auf die Landwirtschaft eingeschossen haben, den Wind aus den Segeln nehmen.

Mein Weihnachtswunsch ist: Packen wir es gemeinsam an, stehen wir zusammen und lassen uns – und vor allem unsere Kinder – nicht in die Ecke drängen. Diese Wunden heilen lange nicht, darum sollte es erst gar nicht dazu kommen. Seien wir stolz auf unseren Beruf und laden die Menschen zu uns auf die Höfe ein, um zu zeigen, wie verantwortungsvoll wir unserer Arbeit nachgehen.

Diejenigen, die die Möglichkeit dazu haben, sollten bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit das Thema offensiv angehen. Wichtig ist, dass wir uns für mehr Verständnis und Akzeptanz der heutigen Landwirtschaft einsetzen, unsere Netzwerke ausbauen, um weiterhin in der Mitte der Gesellschaft verankert zu bleiben. Geben wir also gemeinsam den Betroffenen Hoffnung auf Besserung und stärken uns gegenseitig und vor allem ihrer Kinder!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen im Namen der LandFrauen Württemberg-Hohenzollern ein frohes Fest, ein paar ruhige besinnliche Tage im Kreis ihrer Lieben und für 2018 alles Gute für Ihre Familie, Haus und Hof.

Herzlichst Ihre

Juliane Vees


Wahlaufruf zur Bundestagswahl 2017

Die Demokratie sichert das Recht, die eigene Meinung öffentlich zu äußern. Mit dem Wahlrecht haben wir in unserem Gesellschaftssystem eine entscheidende Mitgestaltungsmöglichkeit.

Setzen Sie sich mit den Forderungen  der AG Landfrauenverbände in Baden-Württemberg und des Deutschen LandFrauenverbandes auseinander. Mehr...


Sozialwahl 2017

Präsidentin Juliane Vees bei der Sozialwahl 2017 erneut in Vertreterversammlung der SVLFG gewählt

  

Ravensburg, 21. Juni 2017 – Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbands Württemberg-Hohenzollern, wurde bei der Sozialwahl 2017 der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) über die Liste 4 erneut in die Vertreterversammlung gewählt. Dieses Parlament entscheidet über die Satzung und damit auch über die Beitragsmaßstäbe bei Berufsgenossenschaft und Krankenversicherung, über Präventionsangebote und zusätzliche Leistungen der Kasse. Gewählt wurde ausschließlich in der Gruppe der Selbstständigen ohne Arbeitskräfte. Mehr...


Die Berliner Erklärung 2017: Forderungskatalog der 17 Frauenverbände findet überwiegend positives Echo

Berlin, 13. Juni 2017 - Zwei Tage führten die 17 Vorsitzenden von Deutschlands größten Frauenverbänden einen intensiven Austausch mit sechs Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der politischen Parteien.

Mit der Berliner Erklärung 2017, die am 30.5. veröffentlicht wurde, wenden sich mehr als 12,5 Millionen Frauen an die Politik. www.berlinererklaerung.de/

Für die CDU stand stellvertretend für Bundeskanzlerin Angela Merkel die saarländische Ministerpräsidentin und stellvertretende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer den siebzehn Frauenverbänden Rede und Antwort. Sie unterstützte vor allem die Forderung nach funktionierender und systematischer Erfassung der Gleichstellungspolitik und betonte: „Monitoring darf keinesfalls bloße Pflichtübung sein.“ Mehr...


Gemeinsame Forderungen von 16 Frauen-verbänden an die Parteien zur Bundestagswahl 2017

Berlin, 30. Mai 2017 - Mit einem Katalog von Forderungen wenden sich mehr als 12,5 Millionen Frauen aus 16 Frauenverbänden in der Berliner Erklärung 2017 an die Parteien zur Bundestagswahl.

Unter www.berlinererklaerung.de werden die Forderungen am Dienstag, 30. Mai 2017, veröffentlicht – rund vier Monate vor der Wahl am 24. September. Im Mittelpunkt steht das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen. Es geht außerdem um Entgeltgleichheit und darum, die Gleichstellungspolitik verbindlich umzusetzen, sie transparent zu gestalten und die Entwicklung regelmäßig zu prüfen. Mehr... 

 


Stimmgewaltig eröffnen LandFrauen Aktionstage

Start der Aktionstage 2017 des Deutschen LandFrauenverbands auf der Internationalen

Gartenausstellung in Berlin

 

Berlin, 24.04.2017 – Gestern eröffnete der Deutsche LandFrauenverband (dlv) offiziell seine

Aktionstage mit einem Bühnenprogramm auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in

Berlin. „LandFrauen: Stimmgewaltig. Mitbestimmend. Mittendrin.“ – unter diesem Motto sind

 

die LandFrauen bundesweit von April bis September aktiv. Mehr >


Jahresauftaktgespräch der AG LandFrauenverbände mit Minister Peter Hauk

Minister Peter Hauk MdL: „LandFrauen agieren am Puls der Zeit und sind wichtiger Weiterbildungsträger im Ländlichen Raum“

 

„Die LandFrauen stehen für klare Ansagen an Politik und Gesellschaft. Sie packen Projekte mit erkennbarem praktischem Nutzen an und haben den Mut, Neues auszuprobieren und Ideen kreativ und innovativ umzusetzen, sagte Peter Hauk MdL, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, anlässlich des Jahresauftaktgespräches mit den Präsidentinnen und Geschäftsführerinnen der Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen LandFrauenverbände am 13. Februar in Stuttgart. Er lobte die klaren Positionen der LandFrauen zum Wohle der Landwirtschaft und des Ländlichen Raums... mehr...