Pressemeldungen 2019

LandFrau 4.0

LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern verabschiedet neues Leitthema und Jahresthemen 2020-2022

Ravensburg, 19.07.2019 – Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern hat sein neues Leitthema für die kommenden drei Jahre verabschiedet. Unter dem Motto „LandFrau 4.0“ wird der Verband von 2020 bis 2022 zahlreiche Bildungsveranstaltungen anbieten und die Verbandsarbeit auf dieses Thema ausrichten.

 

„LandFrau 4.0“ soll die Bereiche Digitalisierung, Konnektivität, Wissenstransfer, -verarbeitung und -nutzung in unserer digitalisierten Welt vereinen, das Leitthema steht für die Offenheit der LandFrauen gegenüber digitalen Neuerungen und dem Weg der Digitalisierung, denn dieses Thema geht alle an und die Errungenschaften der Digitalisierung werden von allen genutzt. Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern beschäftigt sich seit 2017 intensiv aber auch kritisch mit der digitalen Entwicklung und will seinen Mitgliedern und allen Frauen im ländlichen Raum im Rahmen des neuen Leitthemas die aktuelle Digitalisierungswelle unseres Alltagslebens nahebringen, Herausforderungen und Chancen aufzeigen und Offenheit für Innovationen wie z.B. Autonomes Fahren, Künstliche Intelligenz, Smart Home, Smart Farming etc. vermitteln. Auch die Vernetzung, die Konnektivität – digital und im echten Leben – spielt dabei eine große Rolle.

 

„Als Verband, für den Vernetzung und Netzwerkarbeit einen großen Teil unseres Selbstverständnisses ausmacht, ist es wichtig, die Mitglieder ganzheitlich in diese neue Art der Vernetzung einzubinden und zu vermitteln, wie sehr die Konnektivität schon heute unser Leben beeinflusst und auch in Zukunft verändern wird“, so Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern.

 

Aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas verabschiedete der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern zudem drei Jahresthemen, auf die sich die Verbands- und Bildungsarbeit im jeweiligen Jahr konzentrieren wird:

 

2020: Digitalisierung nutzen

2021: Verantwortung leben

2022: Wissen teilen

 

Neben der Digitalisierung im Jahr 2020 soll 2021 auch das Thema Verantwortung eine große Rolle spielen: Welche Verantwortung tragen wir heute für die Zukunft? Was bedeutet Verantwortung im politischen, gesellschaftlichen und globalen Sinn, vor allem auch in Bezug auf den Megatrend Nachhaltigkeit und vor dem Hintergrund des Klimawandels? Ergänzend dazu folgt im Jahr 2022 das Thema „Wissen teilen“: Wie gehen wir mit dem Wissen, das uns die Vernetzung und Digitalisierung bieten, um? Wie teilen wir es, was geben wir wie weiter und wie nutzen wir Wissen für uns und unsere Zukunft? Folgen Sie uns unter den Hashtags #LandFrau4punkt0 und #LandFrau40.

 

Mit dem Bildungs- und Sozialwerk der Landfrauen e.V. wird der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern in den kommenden Monaten das Bildungsprogramm entsprechend des Leitthemas und der Jahresthemen erarbeiten. Entsprechende Angebote werden unter www.landfrauenverband-wh.de/weiterbildung veröffentlicht.


LandFrauen fordern Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Austausch mit Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Sozialministerium

Bildunterschrift: AG der LandFrauenverbände bei Staatssekretärin Mielich (v.l.n.r.): Dr. Beate Krieg, Marie-Luise Linkh, Bärbl Mielich, Rosa Karcher, Juliane Vees, Sabine Schmidt, Birgitta Klemmer
Bildunterschrift: AG der LandFrauenverbände bei Staatssekretärin Mielich (v.l.n.r.): Dr. Beate Krieg, Marie-Luise Linkh, Bärbl Mielich, Rosa Karcher, Juliane Vees, Sabine Schmidt, Birgitta Klemmer

Ravensburg, 17.07.2019 – Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten, hochwertigen und gut erreichbaren Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum war Thema des Gesprächs der Arbeitsgemeinschaft der drei LandFrauenverbände mit Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg am Montag, 8. Juli 2019 in Stuttgart.

 

Mit Blick auf die immer älter werdende Bevölkerung kritisierten die LandFrauen auch den Mangel an Betreuungsangeboten für zu pflegende Angehörige im ländlichen Raum. „Gerade auf dem Land werden viele Menschen von Angehörigen gepflegt, fast immer von den Töchtern oder Schwiegertöchtern“ so Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, „es braucht dringend Kurzzeitpflegeplätze in erreichbarer Nähe, wenn pflegende Angehörige zum Beispiel krankheitsbedingt plötzlich ausfallen und Pflegebedürftige kurzfristig untergebracht und betreut werden müssen“. Die Staatssekretärin legte dar, dass das Ministerium mit dem Sonderförderprogramm „solitäre Kurzeitpflege“ erste Impulse zum Ausbau von entsprechenden Betreuungsangeboten geschaffen habe, erklärtes Ziel sei aber die weitere Stärkung der bedarfsgerechten Kurzzeitpflegeangebote. Die LandFrauen begrüßten die Initiative des Sozialministeriums, betonten aber, dass die Zeit drängt und großer Handlungsbedarf bestünde.

 

Vor dem Hintergrund des Themas „Mobbing an Schulen“, zu dem der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern 2018 eine Umfrage gestartet hatte, sprach Juliane Vees zudem die Bedeutung der Schulsozialarbeit an. „Wünschenswert wäre, wenn alle Schulträger, egal ob privat, städtisch, staatlich oder kirchlich, den Wert der Schulsozialarbeit erkennen und in diese investieren würden.“ Wenn jede Schule wenigstens eine Schulsozialarbeitsstelle vorweisen könnte, wäre ein wichtiger Schritt im Bereich Mobbing-Prävention getan, so Vees. Bärbl Mielich bestätigte die Wichtigkeit des Themas Schulsozialarbeit und betonte auch, dass die Verantwortung der Träger dabei eine wichtige Rolle spiele.

 

Die LandFrauen forderten zudem, dass die Menschen im ländlichen Raum nicht von der medizinischen Versorgung abgehängt werden dürfen: „Immer mehr Landarztpraxen finden keine Nachfolger mehr und Krankenhäuser in der Fläche werden geschlossen, diese Entwicklung beunruhigt die Menschen im ländlichen Raum“ sagte Rosa Karcher, Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden, „die medizinische Grundversorgung und auch die schnelle Hilfe im Notfall muss gewährleistet sein, das setzt schon der Grundsatz gleichwertiger Lebensverhältnisse voraus“. Wenn der Rettungswagen vom nächsten Krankenhaus bis zum Einsatzort 40 Kilometer und mehr fahren müsse, ist fraglich, ob die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 15 Minuten noch eingehalten werden könne.

 

Mielich erläuterte, dass das Sozialministerium den ländlichen Raum stark im Blick hätte und sich der genannten Problematik bewusst sei: Um die ambulante hausärztliche Versorgung sicherzustellen, gibt es daher seit 2012 das Landärzteprogramm. Angedacht sind zudem genossenschaftlich geführte Arztpraxen, derzeit laufen an sieben Standorten Machbarkeitsstudien. Diese könnten gegebenenfalls auch die Notfallversorgung gewährleisten. Ferner sollen lokale Primärversorgungszentren entstehen, in denen unterschiedliche Professionen und Fachgebiete eng miteinander zusammenarbeiten, das Ministerium habe kürzlich ein Förderaufruf zum Aufbau solcher Gesundheitszentren gestartet. 

 

Die LandFrauen thematisierten auch die unbefriedigende Situation in der Geburtshilfe. „Viele junge Frauen treten an uns heran und sind besorgt, weil in ländlichen Regionen Geburtsstationen geschlossen werden und es immer schwieriger wird, eine Hebamme zu finden“ berichtete Marie-Luise Linckh, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden, „die Arbeitsbedingungen von Hebammen müssen verbessert werden, um eine optimale Betreuung von Mutter und Kind rund um die Geburt zu gewährleisten“. Die Staatssekretärin skizzierte, dass das Ministerium angesichts der Problematik im Januar 2017 einen runden Tisch ins Leben gerufen habe, um die flächendeckende Hebammenversorgung sicherzustellen. Zum Jahresende würde das aus Akteuren der Geburtshilfe bestehende Gremium Empfehlungen und Maßnahmen zur Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten und qualitätsgesicherten Versorgung in der Geburtshilfe sowie der Vor- und Nachsorge formulieren.


Juliane Vees wird 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes

Juliane Vees ist zur 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes gewählt worden.
Juliane Vees (dritte v.r.) ist zur 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes gewählt worden.

Heilbronn, 2. Juli 2019 - Juliane Vees, seit 2009 Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, ist zur 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes gewählt worden. Sie wird an der Seite von Petra Bentkämper (Westfälisch-Lippischer LandFrauenverband), der neuen Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), die Zukunft der Frauen im ländlichen Raum deutschlandweit mitgestalten. Das ergab die Wahl der dlv-Mitgliederversammlung am 2. Juli 2019 in Heilbronn.

 

Zweite Vizepräsidentin ist Ursula Braunewell (LandFrauenverband Rheinhessen). Beisitzerinnen sind Elisabeth Brunkhorst (Niedersächsischer LandFrauenverband Hannover), Sibylle Klug (LandFrauenverband Sachsen-Anhalt), Jutta Kuhles (Rheinischer LandFrauenverband) und Christine Reitelshöfer (LandFrauengruppe im Bayerischen Bauernverband). Insgesamt 11 Kandidatinnen stellten sich zur Wahl für die sieben Positionen. Die Präsidiumswahlen finden satzungsgemäß alle vier Jahre durch die Mitgliederversammlung statt. Mitglieder des Deutschen LandFrauenverbandes sind die 22 Landesverbände.

 

Juliane Vees, neue erste Vizepräsidentin des dlv, betont, dass Netzwerken eine große Stärke der LandFrauen sei. „Von daher passt der Megatrend der Konnektivität ganz zu uns. Gerne möchte ich den Themenbereich der Digitalisierung und der sozialen Medien im Präsidium in den Blick nehmen und freue mich sehr auf diese neue Aufgabe.“

 

Petra Bentkämper, die bereits im bisherigen dlv-Präsidium als Beisitzerin mitgearbeitet hat, bedankt sich für das entgegengebrachte Vertrauen.

 

Beim anschließenden Abendempfang in der Alten Reederei auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Heilbronn wurden als Ehrengäste Peter Hauk, MdL (Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg), Friedlinde Gurr-Hirsch, MdL (Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg), Hermann Hohl (Präsident Weinbauverbands Württemberg), Jens Kollmann, (Chefsyndikus Landwirtschaftliche Rentenbank), Susanne Gold (Amtsleiterin Landwirtschaftsamt Heilbronn), Joachim Rukwied (Präsident Deutscher Bauernverband), Kathrin Muus und Sebastian Schaller (Vorsitzende Bund der Deutschen Landjugend) begrüßt.


Mein Kind wird gemobbt – was tun? LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern bietet Leitfaden für Eltern betroffener Kinder

Ravensburg, 12. März 2019 – Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern setzt sich intensiv gegen Mobbing von Kindern an Schulen ein. Als Service für Eltern bietet der Verband nun einen Leitfaden für Eltern von betroffenen Kindern an. Darin erhalten Familien gesammelte Informationen, was Mobbing ist, was erste Schritte bei Mobbingverdacht sein können und an welche Beratungsstellen, Personen und Adressen sich Betroffene wenden können, um professionelle Unterstützung und Hilfe zu erhalten.

 

Dr. Sabine Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, unterstützt das Engagement des LandFrauenverbandes und bekräftigt in ihrem Grußwort, wie wichtig es ist, Eltern und Kinder stark zu machen und in problematischen Situationen zu unterstützen.

 

Auch Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, betont: „Es ist wichtig, präventiv gegen Mobbing vorzugehen. Doch genauso wichtig ist es, betroffenen Familien schnelle und professionelle Hilfe zugänglich zu machen. Mit unserem Leitfaden wollen wir einen kleinen Beitrag dazu leisten.“

 

Der Leitfaden kann über den LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern bezogen werden und steht im Internet unter https://www.landfrauenverband-wh.de/mobbing/ zum Download zur Verfügung.

 

Hintergrundinformationen
Der LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern hatte im letzten Jahr eine Umfrage im Internet zum Thema „Mobbing von Bauernkindern“ gestartet, deren Ergebnisse zeigten, dass Mobbing von Kindern, speziell auch mit landwirtschaftlichem Hintergrund, ein großes Thema ist. Das große mediale Echo dazu bestätigte diese These. Im Juli 2018 sprach Juliane Vees bei einem Treffen mit Kultusministerin Frau Dr. Eisenmann über die Problematik und das Ministerium bestätigte, dass gegen Mobbing an Schulen konsequent und auch präventiv vorgegangen werden muss. Die Kultusministerin sicherte zu, dass sie sich für die Sensibilisierung an Schulen zu diesem Thema einsetzen wird, dass auch Lehrer verstärkt dahingehend aus- und fortgebildet werden sollen und Unterrichtsmaterialien auf  tendenziöse Darstellung von Landwirtschaft geprüft werden müssen. Dies wird im neu gegründeten Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und im Institut für Bildungsanalysen umgesetzt werden.

 


Studie: Wie Frauen in der Landwirtschaft in Baden-Württemberg leben und arbeiten

Stuttgart, 18. Februar 2019 - Heute wurden in Stuttgart im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Ergebnisse der Studie zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft in Baden-Württemberg präsentiert. Diese Studie wurde Anfang 2018 bei der Universität Freiburg auf Anregung der Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen LandFrauenverbände vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben. An der Studie konnten sich Frauen ab 16 Jahren beteiligen, die einen Bezug zum landwirtschaftlichen Betrieb (Haupt- oder Nebenerwerb) haben, weil sie dort arbeiten, wohnen oder dort gelegentlich mithelfen. Die Studie wurde vom 1. Februar bis 15. Mai 2018 als Online-Befragung durchgeführt. Mit der Durchführung der Studie wurde Herr Prof. Dr. Schanz vom Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Universität Freiburg betraut. Die Studie liefert Erkenntnisse in unterschiedlichen Bereichen, zum Beispiel zur Arbeitsbelastung der Frauen, zu Ausbildungsstand, Tätigkeitsvielfalt und Einkommenssituation. 

 

Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern freut sich: "Nun gibt es belegbare Zahlen und Informationen zum Leben von Frauen in der Landwirtschaft hier in Baden-Württemberg, aus denen wir neue Bildungsangebote und nötige Veränderungen ableiten können!" 

 

Die Studienergebnisse können hier heruntergeladen werden.